Sadric konnte sich auf die Aufgaben die Ihnen dieser eingebildete
Lübbeck gestellt hatte absolut nicht konzentrieren. Dies lag zum Einen
an der nicht gerade perfekten Lernatmosphäre im Fatty´s zum Anderen aber
vielmehr an den Ausführungen von Petra! Eigentlich lag es an Ihrer
Stimme und an Ihrer Existenz überhaupt. Sadric konnte sich nie
konzentrieren wenn er Ihre Stimme hörte, sei es bei einer Diskussion
über Metabiologie wie heute oder bei so viel anderen Gelegenheiten.
Sadric hatte doch sogar nur diesen dämlichen, für Ihn vollkommen
unnützen Kurs belegt, weil er Petra dann im Unterricht und bei solchen
Nachbesprechungen sehen konnte. Ziemlich bescheuert sagte er sich in
seinen klaren Momenten, aber da war halt dieses unglaubliche Kribbeln,
welches immer durch seinen ganzen Körper lief wenn er Sie hörte oder
sah. Er würde es wahrscheinlich sogar unglaublich interessant finden,
wenn Sie ihm die Betriebsanleitung einer Mikrowelle oder die dürftige
Speisekarte des Fattys vorlesen würde, einfach dasitzen und verträumt
dieser Stimme lauschen... aber heute stimmte irgend etwas nicht mit
Petra. Sie war nicht ganz bei der Sache, aufgewühlt und verärgert. Ein
Blick auf Ihre Aura bestätigte Sadric nur in seinen Einschätzungen.
Wahrscheinlich hatte Sie dieser verdammte Chippie Ludwig wieder versetzt
und wie das letzte Stück Dreck behandelt. Wenn er nur wüßte, was Sie an
diesem Kerl so interessant fand. Der schlug sich halbwegs mit dem Geld
seines Vaters durch, kaufte und verkaufte dieses Mistzeug von BTL´s auf
dem Campus und war eigentlich der totale Versager. Aber er kannte die
Antwort, er war ein Elf und hatte Charisma wie alle sagten,
Ausstrahlung, vielleicht sogar gutes Karma. Da konnte so ein
durchschnittlicher Norm wie er natürlich nicht mithalten, er war
eigentlich sogar das genaue Gegenteil von Ludwig, klein und unsportlich,
er hatte keine reichen Eltern und trug auch noch eine Brille wegen
seiner schlechten Augen. Das einzige was Ihn hervorhob war sein
magisches Talent, übrigens auch der einzige Grund für Ihn warum er
überhaupt auf dieser Uni angenommen wurde und ein Stipendium bekommen
hat. Aber die Magie hatte ihm bis jetzt noch keine wirklichen Vorteile
gebracht, nur Beachtung von Leuten die ihm egal waren und Neid oder
Angst von Leuten an denen er Interesse hatte... heute würde er es mal
wieder versuchen Petra anzusprechen und er hoffte das er dies eine Mal
mehr als unsinniges Gestotter hervorbringen würde...
„Hi, Petra h-hast Du noch Lust etwas mit mir zu t-trinken? Du siehst
etwas zerknirscht aus, hä?", sagte Sadric zu Ihr, als Sie sich von dem
Letzten der Lernrunde getrennt hatte und auf den Weg nach Hause machte.
Petra schaute Ihn verdutzt und verständnislos an, dann lächelte Sie aber
und sagte: "Warum eigentlich nicht, nach diesem hochtrabenden Zeug
bekommt mir etwas einfache Ablenkung vielleicht ganz gut!" Das hatte
schon wieder gesessen, „einfache Ablenkung", damit meinte Sie Ihn, aber
immerhin hatte Sie nicht „Nein" gesagt!
Offentsichtlich hatte Petra einfach das Bedürfnis einmal allen Kummer
loszuwerden, denn kaum saßen die beiden in Digs Cafe, gleich in der Nähe
von Petras Wohnung, begann Sie über alle möglichen Probleme zu reden
angefangen von Ihren Eltern bis zur unglücklichen Liebe zu Ludwig...
Sadric konnte eins schon immer gut, und dass war zuzuhören, auch wenn
ihm gerade der letzte Teil schwer auf den Magen schlug, aber schließlich
half er Petra damit, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Es gelang ihm
sogar Sie ein bißchen aufzumuntern und das gab auch ihm ein gutes
Gefühl.
Es war schon später am abend, als Sie das Cafe verliessen, und Sadric
Petra nach Hause brachte. Gerade als Sie vor dem Haus, wo Petra zur
Untermiete wohnte, ankamen und Sie sich verabschieden wollten bemerkte
Sadric eine zusammengesackte Gestalt im Hauseingang liegen. Übermutig,
da er Petra imponieren wollte ging er gleich auf das Häufchen Elend zu,
und zu seinem Erstaunen erkannte er sogar in dem Haufen Dreck seinen
schlimmsten Alptraum: Ludwig der Mistkerl von einem Chiphead!
Mußte dieser denn alles verderben. Aber dann sah er auch noch zwei
weitere Details, das eine war eine klobige Pistole vom Typ Walther
Secura, die in Ludwigs Hand lag, das andere war eine stark blutende
Wunde an der Seite, sowie der stark ramponierte Kopf... was zur Hölle
ging hier vor? Als Petra alles registrierte bekam Sie keinen Schock wie
erwartet, sondern handelte sehr schnell und präzise. Sadric und Petra
brachten Ludwig in ihr Zimmer. Petra griff schon zum Telefon um einen
Notdienst anzurufen, aber da kam Sadric die Idee, das er immer noch vor
Petra glänzen konnte, wenn er dieses Stück Dreck am Leben erhielt. Er
schaute sich die Wunden an, eine Platzwunde am Kopf, und ein glatter
Durchschuß an der Seite... sollte kein Problem für Ihn sein, auch wenn
er dies bis jetzt nur theoretisch durchgenommen hatte. Also hielt er
Petra zurück und fing an sich auf seinen Heilzauber zu konzentrieren.
Die Lateinischen Worte kamen ihm flüssig über die Lippen, und als er mit
seinen in den Farben des Regenbogen schimmernden Händen die Wunde
berührte, schloß Sie sich auch auf magische Weise. Auch die Platzwunde
am Kopf behandelte er auf diese Art. Als er sich umdrehte sah er nur
unglaubliches Erstaunen in Petras Augen und Bewunderung, Bewunderung für
Ihn und seine Magie! Ein wohliges Gefühl überkam ihn aber leider zu
schnell schlug die Bewunderung wieder in Sorge um den Chippie um.
Immerhin war ein erster Schritt gemacht, vielleicht konnte Sadric Petra
ja noch weiter imponieren, denn eine Schußwunde kam ja nicht von alleine
in einen Bauch und ihn interessierte schon, was dieser Typ wieder für
einen Mist gebaut hatte...