Also ... sollte die Queste nun beginnen ....
Mit dem Erscheinen des Wächters und der Prüfung ...
Unangenehme Fragen. Die Einkehr in's Innerste. Fragen über Sizilien ... Tote ... Unschuldige und meine Rolle dabei. Zweifle ich an mir? Ich lebe nach der Bibel und töte. Welch Wiederspruch. Doch ich weiß, dass die Bibel mir genau die Kraft geben wird, die ich benötige, um die Prüfung zu bestehen und mein Selbstvertrauen zu erhalten.
Und als wollte mir der Wächter beweisen, dass Gewalt keine Lösung ist, sah ich mich einem mächtigen Elementar gegenüber. Eins stand fest ... dieser Kampf würde mir zeigen, nach welchen Gesetzen diese Queste laufen wird.
>>>[As silver is melted in the midst of the furnace, so shall ye be melted in the midst thereof; and ye shall know that i the lord have poured out my fury upon you.]<<<
Der Kampf mit dem Elementar entbrannte und währte lang. Doch am Ende war ich siegreich, die Prüfung bestanden.
Nun begann die eigentliche Queste.
Ich finde mich in einer Bibliothek. Bücher, Regale, Chaos. Es gibt keine Ordnung in diesen Büchern, noch gibt es eine augenscheinliche Gefahr. Was also soll ein friedlicher Ort wie eine Bibliothek für Gefahren bergen?
Plötzlich entwickelten die Bücher ein Eigenleben, und je mehr ich versuchte, Ordnung in das Chaos zu bringen, desto heftiger wurde die Gegenwehr. Das einzige Mittel, die Bücher zu manipulieren, war der Geist. Physische Eingriffe vermochten keine Resultate hervorzubringen. Also hieß es mit der baren Willensstärke Ordnung in's Chaos zu bringen. Dabei konnte ich feststellen, dass mein Wissen mir dabei half, diese Ordnung zu erzeugen. Alles Gelernte und alles Gehöhrte war hilfreich. Letztendlich gelang es mir mit etwas Anstrengung die Ordnung zu erzeugen, und es wurde mir klar, dass die Auseinandersetzungen auf dieser Queste nicht so banal physisch erscheinen würden, wie ich es eigentlich vermutete. Etwas Unsicherheit machte sich breit, in welchen Ausprägungen sich der Kampf offenbaren würde. Doch immer noch war ich zuversichtlich, allen Herausforderungen trotzen zu können.
>>>[And Jesus said unto him, Verily i say unto thee, to day shalt you be with me in paradise.]<<<
Nach nur einem Augenblick fand ich mich in der Kirche von Adrano wieder. Just jene Kirche, in der ich vor einigen Monaten so schwer verletzt wurde und vor der kurz später Dutzende von Unschuldigen starben.
Ich sah mich um und konnte keine Veränderung zu damals erkennen. Als ich mich Richtung Altar wandte, sah ich einige Meter von mir entfernt einen großen Elementar. Ähnlich eben jenem Elementar, der mich damals so schwer verwundete. Doch diesmal waren wir IN der Kirche. Wieder ohne Vorwarnung stürzte sich der Elementar in meine Richtung, und der Kampf entbrannte. Doch auch dieser Kampf war nicht auf der körperlichen Ebene auszufechten, sondern auf der geistigen. Ähnlich der Szenerie in der Bücherei, doch war hier nicht das Wissen ausschlaggebend, sondern die geistige Stärke. Doch dafür hatte sich dieser Elementar den falschen Ort aufgesucht. Mit Gott an meiner Seite und in Gottes Haus erstarb der Elemetar innerhalb von Sekunden.
>>>[My love be with you all in Christ Jesus. Amen]<<<
Die nächste Begegnung hatte ich mir schon fast herbeigesehnt. Der physische Konflikt. Der reine Kampf.
Doch sollte sie schwerer werden, als ich annahm. Der Gegner war ein in eine Ritterrüstung gekleideter Maure. Hatte ich den Elementar trotz der bisherigen Anstrengungen noch schnell besiegen können, zeigte sich dieser Gegner übermächtig. Ein mächtiger Hieb zu Beginn nahm mir die Luft zum Atmen. Jegliches Aufbäumen schien vergeblich. Mit einer Leichtigkeit bewegte dieser Krieger das Schwert, dass ich befürchtete, meine Queste würde gescheitert enden. Mir rasten die Begegnungen meiner Freunde durch den Kopf. Chosen, Carmen, beide berichteten ebenfalls von schweren Auseinandersetzungen. Und so schien auch ich meinen Meister gefunden zu haben. Doch plötzlich durchströmten neue Kräfte meinen Körper. Sperber! Anscheinend griff er durch einen Heilzauber ein. Neue Kraft! Zwar bemerkte ich die hinderlichen Bande zu realen Welt, aber doch gelang es mir mit neu geschöpfter Kraft diese Begegnung zu überleben.
>>>[But now, he is dead, wherefore should i fast? Can i bring him back again? I shall go to him, but he shall not return to me]<<<
Mit den Gedanken immer noch bei der letzten Begegnung fand ich mich plötzlich in Rath wieder. Straße. Eine aufgebrachte Menschenmenge. Ein Polizist. Dem Anschein nach will der aufgebrachte Mob den Polizisten 'lynchen'. Sollte ich da eingreifen? Dem Polizisten oder dem Mob besitehen? Handelt man in einer Queste idealisiert nach Moralvorstellungen oder nach den Gesetzen der Straße? Sich einer Übermacht stellen und womöglich ebenso sterben? Eine nicht einfache Entscheidung. Cops kann ich nichts abgewinnen. Und die Gesetze der Straße sind nicht die meinen. Letztendlich habe ich ich dazu entschieden, dem Cop beizustehen. Nicht aus Nächstenliebe und nicht aus Menschenfreundschaft, sondern um dem Wächster, Gott, der Welt oder vielleicht auch nur mir zu beweisen, dass ich auch ohne Waffen in der Lage bin zu kämpfen, selbst gegen eine Übermacht. Also redete ich auf die aufgebrachte Menge ein, den Mann in Frieden zu lassen. Ihn ziehen zu lassen.
Durch eine anscheinend überzeugende Rede gelang es mir tatsächlich, das Leben des Mannes zu retten. Eine weitere Prüfung schien bestanden.
>>>[Repent or else i will come unto nthee quickly with the sword of my mouth]<<<
Und wieder fand ich mich in einer Kirche und erblickte einen Priester, einen Altar und Orgelspiel durchströmte die Luft. Das Ende meiner Reise. Die Erhebung in höhere Weihen. Es war vollbracht. Die Orte der Kämpfe überwunden und den Lohn erhalten kniete ich vor dem Altar nieder und begann ein Gebet.
Als ich die Augen wieder öffnete, erblickte ich Sperber und Carmen. Die letzten Worte des Gebetes kamen noch über meine Lippen, und mit Gedanken war ich noch bei den erlebten Begegnungen. Vergangenheit und vieleicht Zukunft?
Es war vollbracht.
>>>[The eyes of the Lord are in every place, beholding the evil and the good.]<<<